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Architektur

Community, Professional oder Enterprise? Die Pimcore-Editionen im Vergleich

Seit der Open Core License ist die Wahl der Pimcore-Edition nicht mehr nur eine Feature-Frage. Wir zeigen, was die Editionen enthalten, wann welche passt und welche Kosten neben der Lizenz anfallen.

Gusseiserner Wegweiser mit zwei Richtungsschildern vor einer Backsteinfassade

„Welche Pimcore-Edition brauchen wir?“ ist eine der ersten Fragen in jedem Projekt, und sie wird oft über das Feature-Häkchen beantwortet. Seit der Open Core License (POCL) ist die Frage aber auch eine nach Unternehmensgröße und Umsatz. Wie die Lizenz dahinter funktioniert, haben wir im Beitrag Pimcore Open Core License beschrieben. Hier geht es um die Wahl der Edition.

Die drei Editionen im Überblick

Jede Edition enthält alles aus der kleineren. Nach der Übersicht auf unserer Seite Editionen & Preise (Stand: Pimcore-Dokumentation, Platform Version 2026.3) sieht das so aus:

  • Community: Core Framework, Pimcore Studio, Generic Data Index, Datahub (GraphQL), Data Importer und der Quill-Editor. Support läuft über die Community.
  • Professional: kommerzielle Lizenz, zusätzlich zu Community der TinyMCE-Editor.
  • Enterprise: alle Module, darunter Workflow Designer, Data Quality Management, Portal Engine, Web-to-Print, Copilot und das E-Commerce Framework, dazu Long Term Support. 24/7-Support ist optional.

Auffällig ist der Abstand zwischen Professional und Enterprise: Professional ist im Wesentlichen eine kommerzielle Lizenz für den Kern. Fast alle Module, die den Redaktionsalltag verändern, stecken in Enterprise.

Erste Weiche: Gilt die kostenlose Nutzung für Sie?

Laut Lizenztext von Pimcore ist der Produktivbetrieb kostenlos, wenn der weltweite Jahresumsatz 5 Mio. € nicht übersteigt. Maßgeblich ist der Umsatz der gesamten Gruppe, und die Einstufung nehmen Sie selbst vor. Bildungs- und Non-Profit-Organisationen können unter bestimmten Kriterien ebenfalls kostenlos nutzen. Wer darüber liegt, braucht eine kommerzielle Lizenz, also Professional oder Enterprise.

Für die Unternehmensgröße heißt das: Ein mittelständischer Betrieb mit eigenständigem Umsatz unter der Grenze kann mit Community starten. Eine Tochtergesellschaft in einem großen Konzern kann es nicht, auch wenn die Tochter selbst klein ist. Und: Die Entwicklung zählt laut Lizenz bereits als Produktivnutzung, sobald ein Livegang geplant ist. Die Lizenzfrage gehört also an den Projektbeginn, nicht ans Ende.

Zweite Weiche: Welche Module brauchen die Anforderungen?

Erst danach kommt die Feature-Frage. Wir gehen dazu die Anforderungen durch und ordnen jede einem Modul oder einer eigenen Umsetzung zu:

  • Freigabeprozesse: Der Workflow Designer ist Teil von Enterprise. Alternativ lässt sich ein Prozess mit dem Workflow-Mechanismus von Symfony im Code umsetzen. Das ist eine Frage von Aufwand und Wartung, nicht nur von Lizenzkosten.
  • Datenqualität: Data Quality Management ist Enterprise.
  • Portale, Print, Personalisierung: Portal Engine, Web-to-Print und das Customer Management Framework sind Enterprise.
  • Anbindungen: Datahub mit GraphQL und Data Importer sind in allen Editionen enthalten. Simple REST, File Export und Webhooks gehören zu Enterprise.
  • Redaktion: Reicht der Quill-Editor, oder soll es TinyMCE sein? Das ist der einzige Unterschied zwischen Community und Professional.

Ob ein Enterprise-Modul den Aufwand rechtfertigt, den es spart, ist eine Einschätzung von CORS aus Projekten. Pimcore gibt dazu keine Empfehlung ab.

Dritte Weiche: Wie lange muss die Plattform laufen?

Pimcore erscheint als Platform Version, etwa einmal pro Jahr als Hauptversion. Community-Support endet laut Dokumentation mit dem nächsten Release. Long Term Support gibt es nur in Enterprise. Für Plattformen, die über Jahre ohne Upgrade-Druck laufen sollen, etwa im regulierten Umfeld oder bei kleinen IT-Teams, kann das den Ausschlag geben. Wer regelmäßig aktualisiert, braucht LTS weniger.

Welche Kosten neben der Lizenz anfallen

Die Lizenz ist nur ein Teil. Preise nennen wir hier nicht, aktuelle Listenpreise stehen bei Pimcore und sind unverbindlich. Daneben fallen an:

  • Implementierung: Datenmodell, Integrationen und Oberflächen. Sie bleibt in jeder Edition der größte Posten.
  • Betrieb: Hosting, Updates, Monitoring und Support, auch bei der kostenlosen Community Edition.
  • Eigene Erweiterungen: Was ein Enterprise-Modul nicht liefert oder bewusst nicht gekauft wird, entwickeln und pflegen Sie selbst.
  • Weitere Lizenzen im Umfeld: CoreShop etwa hat eine eigene Lizenz, die ab derselben Umsatzgrenze greift und eine kommerzielle Pimcore-Lizenz voraussetzt.

Drei typische Konstellationen

Die folgenden Beispiele sind vereinfachte Einschätzungen von CORS, keine Empfehlung für Ihren Einzelfall:

  • Kleineres Unternehmen, klarer Kern: Umsatz unter der Grenze, ein Datenmodell, wenige Kanäle. Community reicht oft, Datahub und Data Importer sind enthalten.
  • Größeres Unternehmen, schlanker Start: Über der Grenze, aber zunächst nur PIM oder Website. Professional kann reichen, solange keine Enterprise-Module gebraucht werden. Prüfen Sie früh, ob das so bleibt.
  • Prozesse, Portale, mehrere Systeme: Workflows, Datenqualität oder Portal Engine sind Anforderungen. Dann ist Enterprise meist keine Wahl, sondern Folge der Anforderungen.

Drei Missverständnisse, die wir häufig hören

  • „Community ist nur für Tests.“ Nein. Laut Lizenztext ist der Produktivbetrieb unterhalb der Umsatzgrenze kostenlos erlaubt.
  • „Professional enthält die Business-Module.“ Nach der Modulübersicht liegt der Unterschied zu Community beim TinyMCE-Editor. Workflow Designer, Data Quality Management oder Portal Engine sind Enterprise.
  • „Die Edition können wir später immer noch klären.“ Sie bestimmt, welche Module Sie einplanen dürfen. Ein späterer Wechsel kann Umbauten bedeuten, wenn Funktionen bereits eigens entwickelt wurden oder Module fehlen.

Unsere Einschätzung

Die Edition folgt aus Anforderungen und Unternehmensgröße, nicht umgekehrt. Wer mit einer Wunschedition beginnt und Anforderungen dazu sucht, plant gegen die Realität. Wer Anforderungen und Umsatzgrenze zuerst klärt, sieht meist schnell, welche Edition übrig bleibt, und kann Budget und Zeitplan darauf aufbauen.

Nächster Schritt

Die Module und Bedingungen finden Sie in der Übersicht Editionen & Preise. Betreiben Sie bereits eine Pimcore-Plattform oder planen ein Upgrade? Im Pimcore-Check erfassen wir Version, Bundles und Infrastruktur und zeigen, welche Edition zu Ihren Anforderungen passt. Sprechen Sie uns über das Kontaktformular an.

Dominik Pfaffenbauer
Geschrieben von

Dominik Pfaffenbauer

Geschäftsführung & Solution Architecture

Dominik Pfaffenbauer

Dominik Pfaffenbauer

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